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Individuelle und professionelle Begleitung

15.11.2012 bfz / Erfolge

Individuelle und professionelle Begleitung

Der 39-jährige Marco B., italienischer Herkunft mit geringen Deutschkenntnissen, arbeitete zuletzt als angelernter Bodenverleger und Lagerarbeiter in Nürnberg. Im Oktober 2007 änderte sich das Leben des verheirateten Familienvaters grundlegend, als er von einer Leiter aus ca. 2 Meter Höhe stürzte. Die Erstdiagnose war erschütternd, denn neben einer Becken-und Schulterprellung wurde eine komplizierte Unterschenkelfraktur und die Verdrehung des Kniegelenks festgestellt. Trotz aufwändiger Therapien konnte der Gesundheitszustand jedoch nicht vollständig wiederhergestellt werden und es verblieben Bewegungs- und Belastungsschmerzen im Bereich des rechten oberen Sprunggelenkes sowie im Unterschenkelbereich.

Der für diesen Arbeitsunfall zuständige Berufshelfer der BGHW (Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution), Herr Armin Lohr, nahm Kontakt zum Versicherten und der Firma auf und prüfte, ob Herr Marco B. betriebsintern umgesetzt werden könnte. Aufgrund der genannten körperlichen Einschränkungen fand sich jedoch für Herrn Marco B. kein leidensgerechter Arbeitsplatz.

„Ich wandte mich an das zuständige bfz Nürnberg, um im Rahmen des Rehamanagements die vielfältigen Förderangebote einer individuellen berufl ichen Reintegration umfassend auszuschöpfen.“ Armin Lohr, Berufshelfer BGHW München.

Um dauerhaft einen leidensgerechten Arbeitsplatz für Herrn Marco B. zu fi nden, war es erforderlich, ein objektives individuelles Gesamtbild der körperlichen Leistungsfähigkeit in Bezug auf seinen zukünftigen Arbeitsplatz zu erhalten. Gemeinsam wurde entschieden, das individuelle Leistungsprofil durch einen EFLBelastungstest im bfz Erlangen zu ermitteln. Nach der EFL-Testung wurde anhand der Messdaten und den objektiven Beobachtungskriterien für Herrn Marco B. ein individuelles Leistungsprofil erstellt und eine Tätigkeit empfohlen, die überwiegend sitzend mit viel Handgeschick und wechselnden Bewegungen und nur zeitweise Stehen und Gehen beinhaltet.

In einem gemeinsamen Gespräch zwischen den Beteiligten Herrn Marco B., dem bfz Nürnberg, der BGHW und dem Arbeitgeber wurde erneut geprüft, ob eine innerbetriebliche Umsetzung mit Qualifizierung möglich ist. Dies war jedoch nicht durchführbar.

Anhand der EFL-Ergebnisse, insbesondere auf Grundlage des positiven Leistungsprofils, wurde daher für Herrn Marco B. seitens des bfz Nürnberg die individuelle Betreuung im Rahmen des Rehamanagements eingeleitet. Zuerst wurde eine ressourcenorientierte Berufsfindung durchgeführt, die zu einer betrieblichen Erprobung im Kassenbereich eines Supermarktes in Nürnberg führte. Vorab wurden Herrn Marco B. die fachlichen Grundlagen des Einzelhandels und Warenverkaufs vermittelt. Zur Vertiefung der fachlichen Inhalte erhielt Herr Marco B. dann ergänzend zum betrieblichen Praktikum Förderunterricht im Servicebereich Kasse und eine gezielte Einarbeitung an der Scannerkasse. Herr Marco B. wurde außerdem insbesondere in der Fachterminologie für den Kassenbereich geschult.

Dieses Praktikum festigte nicht nur seine Berufswahl, sondern auch sein Selbstbewusstsein. Endlich ging es vorwärts! Heute steht Herr Marco B. wieder mitten im Berufsleben und schaut optimistisch in die Zukunft.

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