BAG > Details-Aktuelles

Bayern: Ingolstadt fördert Inklusion

Kurze Vorträge weisen praxisnah den Weg. Simone Mayer und Sebastian Mädel erklären die Leistungen der Agentur für Arbeit. Bildnachweis: Christine Wenzl

14.02.2019 / BAG abR / News
Bayern: Ingolstadt fördert Inklusion
Über 50 Gäste tauschten sich bei der Veranstaltung „Inklusion am Arbeitsplatz – eine Chance zur Fachkräftesicherung“ am 30. November 2018 in Ingolstadt über kreative Ansätze bei der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung aus. Die Agentur für Arbeit, die Behindertenbeauftragte der Stadt Ingolstadt und das Unternehmens-Netzwerk INKLUSION hatten gemeinsam eingeladen.

In kurzen, praxisnahen Vorträgen gingen die Netzwerkpartner auf Zuständigkeiten und Fördermöglichkeiten bei der betrieblichen Inklusion ein. Die Moderation übernahm Daniela Zeiler vom Unternehmens-Netzwerk INKLUSION. Drei Interviews mit Arbeitgebern und ihren Mitarbeitern zeigten, wie gelungen Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung gestaltet werden können.

Zunächst stellte Benjamin Rahn der wabe GmbH das Inklusionsunternehmen vor. Der Elektronik- und Montageservice beschäftigt zu mehr als 50 Prozent Mitarbeiter mit einer hauptsächlich psychischen Behinderung und erklärt dem Publikum, wie es funktioniert. Die Mischung macht‘s: Die Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Behinderung macht die Erlanger Firma seit 30 Jahren erfolgreich.

Bei der Alfred Amenda & Sohn Transport GmbH findet Andreas Schlobies nach einem schweren Motoradunfall einen guten Job und ist für viele seiner Kollegen nicht mehr wegzudenken. Er unterstützt sie vor allem bei der Ablage, legt über 600 Ordner jedes Jahr an und übernimmt weitere Hilfs- und Unterstützungsaufgaben. Ihm macht seine Tätigkeit Spaß und er kann sich mit allen seinen Stärken in die Firma einbringen. Chefin Petra Amenda berichtet von Anträgen, Ämtern und dem letztendlichen Gelingen ihres Vorhabens, einem besonderen jungen Mann eine Arbeit in ihrem Unternehmen zu geben.

Zuletzt berichtet die Spörer AG aus München, wie es bei ihnen klappt. Das Sanitätshaus beschäftigt mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einem Handicap, auch Anita Janßen gehört dazu. Die gehörlose Mitarbeiterin berichtet den interessiert Zuhörenden von den technischen Hilfsmitteln, die ihren Arbeitsalltag vereinfachen und dass sie durch die Unterstützung ihres Teams jeden Tag gerne zur Arbeit geht.

Die Veranstaltung brachte Arbeitgeber mit zuständigen Fachleuten zusammen und ließ viel Platz für die Fragen der Betriebe. Dabei wurde deutlich, dass durch die große Vielfalt und das breite Spektrum an Unterstützungsmöglichkeiten passende, individuelle Lösungen für die Beschäftigung eines Menschen mit einer Behinderung gefunden werden können. Berührungsängste konnten so abgebaut werden. Deutlich wurde aber auch, dass für Betriebe die vielfältigen und unterschiedlichen Förderungen, Untersützungen, Einrichtungen, Verfahren und Zuständigkeiten oft schlecht durchschaubar und unübersichtlich sind und der Inklusion damit oft auch im Wege stehen.

Das Projekt Unternehmens-Netzwerk INKLUSION wird durchgeführt von der Bundesarbeitsgemeinschaft ambulante berufliche Rehabilitation (BAG abR) e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Es wird gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus Mitteln des Ausgleichsfonds.

https://www.unternehmens-netzwerk-inklusion.de/

Fotos von der Veranstaltung:
(mit Klick vergrößern)

Gesprächsrunde mit Gebärdensprachdolmetscherin.
Daniela Zeiler (Mitte re.) vom Unternehmens-Netzwerk INKLUSION im Gespräch mit Anita Janßen (li.) und Florian Vierbaum der Spörer AG. Die Gebärdensprachdolmetscherin Michaela Möckl (re.) übersetzt. Bildnachweis: Christine Wenzl

Zurück